Ein Hoch auf die Oma

Seit Männlein 12 Monate alt ist, arbeite ich wieder und zwar 30 Stunden in der Woche. Cristobal hat genauso viele Stunden. Da wir am selben Ort arbeiten und leben, können wir Männlein noch zu Hause betreuen. Nur ganz ohne Hilfe würden wir es nicht hinbekommen. Zum Glück gibt es die Oma… also meine Mama. Die wohnt acht km entfernt und kommt meisten an drei Nachmittagen in der Woche für etwa zwei Stunden.

Das Tolle daran ist, dass meine Mutter mit Männlein spielt und auf ihn aufpasst, aber sich absolut nicht in Sachen einmischt. Sie sagt, sie hat ja mich erzogen (und das hat ihr wohl gereicht). So wie sie mich erzogen hat, dass fand sie für sich gut und richtig und nun vertraut sie darauf, dass sie aus mir einen Menschen gemacht hat, der (in allen Lebenslagen) seine Entscheidungen treffen kann. Natürlich darf ich sie um Rat fragen, aber sie muss mir nicht ständig mitteilen, was sie vielleicht anders machen würde.

In meinem Freundeskreis höre ich da ganz andere Sachen und wurde auch schon Zeugin. Z.B. war ich mit Männlein zu Besuch bei einer Freundin und deren Mutter war gerade da. Beim Essen fand die Mutter (also Oma) es furchtbar, dass unsere Kinder das gleiche bekamen, wie wir… und dann auch noch jeweils eine Gabel in der Hand hatten. Und das war nur eine Beobachtung des Tages. Da war ja noch mehr.

Bei anderen Freunden von mir, ist es wohl so, dass die Großeltern weiter weg wohnen. Wenn sie dann mal zu Besuch kommen, dann gleich für ein paar Tage. So lohnt sich dann ja auch die Fahrt viel mehr. Eigentlich ist das dann auch immer sehr schön, nur dass die Oma  jedes Mal anfängt den kompletten Haushalt zu schmeißen, dass nervt wohl… extrem. Ich meine, ich denke auch oft, wie schön das wäre, jemand zum Aufräumen und Putzen zu haben. Aber eigentlich will ich das bei mir zu Hause so machen, wie ich es mir vorstelle.

Wir haben also wirklich Glück, denn für Männlein und Oma ist es toll so viel Zeit miteinander zu verbringen, ich kann in Ruhe arbeiten und streiten müssen wir auch nicht wegen grenzüberschreitender Einmischungen.

Ich bin da sehr froh, denn die Vorstellung Männlein schon jetzt in den Kindergarten oder zu einer Tagesmutter zu bringen, gefällt mir nur so semi. Anscheinend bin ich eine richtige Glucke. Hoffentlich kann ich dann später mit meinen Kindern auch so loslassen und vertrauen, wie meine Mutter es mit mir kann.

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