Nicht leichter, aber anders

Inzwischen ist Männlein 18 Monate alt. Also 1,5 Jahre! Viel hat sich getan. Er kann laufen, rennen, klettern (mit Vorliebe leider), versteht viel mehr und spricht auch schon so einiges. Er ist jetzt ein kleiner Mensch mit ganz eigenen Vorstellungen und wenn ihm etwas nicht in den Kram passt, dann wird gemotzt und wütend aufgestampft.

Mit einer befreundeten Mama, deren Kind ein bisschen älter ist als Männlein, habe ich mich darüber unterhalten, ob nun im zweiten Jahr mit Kind alles leichter ist. Wir finden: Nein!

Natürlich war im ersten Jahr der Einstieg gerade für mich als Erstmama schwer. Ich musste ja ersteinmal lernen, was Mamasein und Leben mit Kind so alles bedeutet. Aber nach dieser Eingewöhnungsphase, hatte ich ein Baby, das glücklich damit war, in der Trage herumgetragen zu werden, das nur Muttermilch als Nahrung wollte und das einmal irgendwo abgelegt einfach dort blieb, statt Schubladen auszuräumen und auf Tische zu klettern.

Das alles änderte sich, als Männlein begann sich fortzubewegen. Zunächst war es noch harmlos, denn er fing mit ca 6 Monaten an rückwärts zu krabbeln. Schlimmstenfalls wurde er dann einfach motzelig, weil er irgendwo an der Wand in der Zimmerecke hängen blieb. Doch sobald er es heraus hatte, vorwärts zu krabbeln fing er auch schon an sich hochzuziehen. Und damit war die ruhige Zeit vorbei.

Männlein war schon immer ein sehr bewegungsfreudiges und vor allem schlafloses Kind. Und das ist jetzt eigentlich genau der Grund, warum ich sage, dass unser zweites Jahr mit ihm absolut nicht leichter ist als das erste. Auch nicht unbedingt schwerer, aber anders. Ich bin irgendwie die ganze Zeit damit beschäftigt hinter ihm herzulaufen. Auf alles steigt er rauf, überall krabbelt er rein und alles probiert er aus. Hänge ich draußen die Wäsche auf, muss ich nach jedem Teil hinter ihm herrennen und ihn von der Straße wegziehen (zwar verkehrsberuhigt, aber trotzdem eine Straße) oder sicher gehen, dass er sich nicht kopfüber in Nachbars Regentonne stürzt. Ich gestehe, dass ich regelmäßig darüber nachdenke Männlein zum Wäscheaufhängen mit der Hundeleine an die Wäschespinne zu binden. Allerdings finde ich den Gedanken nicht ganz sauber.

Im Haus hat Männlein am meisten Freude daran, das Klo zu inspizieren und dort Gegenstände reinzuschmeißen oder auf den Esstisch zu klettern. Hierzu muss ich sagen, dass meine Regel lautet: Es ist verboten auf Tische zu steigen. Egal, was für Tische das sind. Und genau an dieser Regel werde ich höchstwahrscheinlich mein erstes elterliches Totalfrusterlebnis haben. Denn obwohl Männlein genau weiß, was „Nein!“ bedeutet und es in viele anderen Situationen auch akzeptiert, ist ihm das beim auf den Tischsteigen scheißegal. Ich kann gar nicht sagen, wie oft am Tag ich ihn vom Tisch ziehe, „Nein! Der Tisch ist nicht erlaubt!“ sage, ein Grinsen quittiere, mich umdrehe und feststellen muss, dass Männlein schon wieder auf den Tisch steigt. Arrrrgh! Zum Mäusemelken ist das. Aber wie sagt man so schön? Steter Tropfen höhlt den Stein. Ich bleibe also daran.

Ich glaube es ist nach meinen Schilderungen schon klar, warum ich meine, dass es jetzt gerade nicht leicht ist? Und wisst ihr, was mir damit klargeworden ist? Es wird niemals leicht. Egal wie alt das Kind ist, es wird immer irgendeine andere Phase geben, die uns Eltern herausfordert. Aber, was mir wirklich wichtig ist, ich bin trotzdem froh, dass Männlein da ist. Und auch wenn ich in so Wäscheaufhängsituationen oder Tischsteigemomenten manchmal wirklich verzweifelt bin, bisher konnte ich im Nachhinein immer darüber lachen und Witze machen.

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