Zahnputzdramen

Zähneputzen ist mir wichtig. „Vor dem Schlafen nach dem Essen Zähneputzen nicht vergessen“ ist so etwas wie ein Leitsatz für mich. Männlein hasst es. Dabei isst er so gerne und viel Obst, dass die Fruchtsäure und der Fruchtzucker natürlich die Zähne angreifen würde, würde man sie nicht regelmäßig putzen…

Inzwischen haben wir uns eingegroovt. Ich setze Männlein auf den Waschbeckenrand, so kann er in den Spiegel gucken, mit dem Wasserhahn oder wahlweise mit meiner elektrischen Zahnbürste spielen. Zwischendurch öffnet er mehr oder bereitwillig den Mund und ich kann ihm etappenweise die Zähne putzen. Er nimmt auch gerne selber die Zahnbürste, steckt sie sich aber dann meist falschherum in den Mund. Das ist also nicht so wahnsinnig effektiv. Trotzdem lasse ich ihn, mit der Aussicht, dass er irgendwann ja selber die Zähne putzen soll, macht es ja durchaus Sinn, dass er die Zahnbürste selbst ergreift.

So „einfach“ wie jetzt, war das mit dem Zähneputzen nicht immer. Dabei habe ich den Ratschlag vom Kinderarzt, als Männlein etwa ein halbes Jahr als war beherzigt. Der riet mir damals nämlich, dass ich Männlein mit einem Fingerling die Kauleisten massiere, damit er sich schon einmal an das Zähneputzen gewöhnt. Männlein fand das dann auch ganz gut und lustig. Als dann allerdings vier Monate später der erste Zahn erschien, war das gut und lustig schnell vorbei. Männlein bekam innerhalb recht kurzer Zeit mehrere Zähne und das Zähneputzen tat ihm weh. Ich veruchte es mit einer Fingerbürste aus Silikon, die er auch lieber annahm. Aber optimal war es nicht und mehrmals biss er mir ordentlich auf den Finger.

Ich wollte auch kein Zahnputztrauma bei Männlein verursachen, indem ich ihn fixierte oder ähnliches. So kam es, dass ich ihm mal mehr mal weniger gut die Zähne putzen konnte. Komplizierter wurde es dann, als Männlein anfing zu laufen. Er zettelte häufig ein albernes Fangspiel an, wenn es mal wieder an der Zeit war. Daraus entstand dann aber eine lustige Stimmung, die ich gut nutzen konnte, um ihm letztendlich doch noch die Zähne zu putzen.

Jetzt läuft es im Gegensatz zu der Anfangszeit ausgesprochen gut. Ich habe Männlein immer erklärt, warum Zähneputzen notwendig ist und immer geschaut, was er selbst übernehmen kann oder ihn im zweifelsfall auch mal ablenkt. Lustig ist zum Beispiel gegenseitiges Zähneputzen. Männlein lässt jetzt auch immer  das Wasser zum Nachspülen selbst in den Becher laufen. Das ist ihm wichtig.

Wir sind auf einem guten Weg und das macht mich froh. Denn wie um alles in der Welt soll ein kleines Kind es verstehen, wenn es schmerzhaften Karies hat und beim Zahnarzt gebohrt werden muss?

Abstillwege

Unser Männlein ist inzwischen 18 Monate alt und immer häufiger werde ich gefragt, wann ich ihn denn nun endlich abstille. Es werden in dem Zusammenhang auch Sorgen um Männleins Psyche geäußert oder, dass ich ihn zu einem Muttersöhnchen erziehe. Eigentlich berührt mich das alles nicht sosehr, da ich es besser weiß. In solchen Gesprächen sage ich einfach, dass wir mitten im Abstillprozess stecken.

Und das stimmt ja auch. Manche Mütter stellen das Stillen abrupt ein und manche schleichen es aus. Im Prinzip fängt das Abstillen doch mit der Beikosteinführung an. Also stillen wir seit ca. einem Jahr ab. So sage ich das allerdings meinen kritischen, besorgten Mitmenschen nicht, da das ja schon auch ein bisschen wie eine Ausrede klingt. Für mich ist das „Langzeitstillen“ derweil einfach kein Thema mehr, über das ich mich mit irgendwem streiten muss. Ich tue es einfach so, wie es mir und Männlein gut tut. Ich denke, wie lange eine Mutter ihr Kind stillt, ist einfach ihre Entscheidung und geht ansonsten niemanden etwas an. Ich kann gerade nicht einmal sagen, ob ich mein nächstes Kind auch so lange Stillen würde. Bei Männlein habe ich es vorher nicht gewusst, es hat sich einfach so ergeben und es ist gut, wie es ist.

Bis vor etwa einem Monat habe ich auch wirklich noch sehr viel gestillt. Allerdings habe ich seit vier/fünf Monaten immer so etwa 10 Tage vor meiner Menstruation so ganz unangenehme Empfindungen beim Stillen. Es ist nicht schmerzhaft, aber es fühlt sich (aus Mangel an passenden Worten) super nervig an. Eine Weile habe ich das einfach ausgehalten und durchgezogen. Aber ich finde jeden Monat zehn Tage mit so einem unangenehmen gestressten Gefühl beim Stillen zu viel. Das war für mich der Punkt, das ich etwas ändern musste an unserer Stillbeziehung. Ganz beenden wollte ich es dann jedoch auch nicht. Denn wenn es vorbei ist, ist es vorbei. Ich habe mir also Gedanken gemacht, wie es für mich einfacher und erträglicher (gerade in der PMS-Zeit) wird. Da Männlein eigentlich ein ausgesprochen guter Esser ist, habe ich mich entschieden, ihn tagsüber nicht mehr zu stillen. Am Anfang war das wirklich nicht so einfach, weil er es gewohnt war, immer und überall an die Bar gelassen zu werden. Ich habe mir überlegt, ihn nur noch im Bett zu stillen  und auf keinen Fall mehr an anderen Orten. Auch bemühe ich mich, mich im Moment z.B. nicht vor Männlein umzuziehen. Denn jedes Mal wenn er meine Brüste sieht, will er ran. Die erste Woche war nicht ganz einfach. Ich habe ihn in der ganzen Zeit vorher so oft auf dem Sofa gestillt, dass ich mich in den ersten Tagen einfach nicht aufs Sofa setzen konnte, ohne bei ihm die Milchlust zu triggern. Inzwischen hat er es aber sehr gut angenommen. Wenn er tagsüber Bedürfnis nach Nähe hat, dann Kuscheln wir halt einfach so. Zum Einschlafen stille ich ihn. Wenn Cristobal Männlein ins Bett bringt, fällt das allerdings auch weg. Meistens ist dann Nachts noch einmal die Brust gefragt und am frühen Morgen. Es klappt prima und auch in den Tagen vor meiner letzten Periode konnte ich es auf diese Weise gut aushalten.

Ich finde wir haben gerade einen ganz entscheidenden nächsten Schritt beim Abstillen gemacht. Wann ich mit dem nächtlichen Stillen aufhöre, darum mache ich mir dann Gedanken, wenn sich das auch nicht mehr richtig anfühlt oder es ergibt sich einfach von ganz allein.

Muss das so?

Letztens hatte ich eine Unterhaltung zu Thema Kinder und Medien bzw. welche Rolle Medien in der Erziehung spielen sollten. Meine Gesprächspartnerin vertrat den Standpunkt: Medien gehören zu unserer heutigen Gesellschaft dazu und deshalb sollte man die Kinder von klein auf damit umgehen lassen. Ich teile ihre Meinung, dass Medien ein großer Teil unseres Lebens sind. Allerdings muss ich sagen, dass ich mir über die Handhabung mit diversen Geräten im Alltag doch sehr viele Gedanken mache. Es ist für mich nicht automatisch so, dass nur weil es zur Geselschaft dazu gehört auch gut ist und völlig unkritisch zum Einsatz kommen sollte.

Alles was einen Bildschirm hat, hat ja eine magische Anziehungskraft auf Kinder (auch auf die meisten Erwachsenen). Sobald irgendwo ein Smartphone, ein Tablet, ein Laptop, ein Fernseher,… was auch immer auftaucht, wendet sich die Aufmerksamkeit dahin. Auch Männlein hat schon herausgefunden, wie man über den Touchscreen vom Smartphone wischen muss, damit etwas passiert. Und das, obwohl wir uns sehr bemühen, in seiner Gegenwart die Dinger weg zu lassen. Wir möchten nämlich absolut vermeiden, dass Männlein den Eindruck bekommt, er müsste mit dem Smartphone um unsere Aufmerksamkeit buhlen. Außerdem sollten diese ganzen Geräte unserer Meinung nach nicht Bestandteil im Leben eines 16 Monate alten Kindes sein… und bekanntlich wollen Kinder in diesem Alter ja immer gerne alles wie die Eltern haben. Also müssen wir es vorleben, dass es eben nicht Hauptbestandteil unseres Lebens ist.

Es gibt für mich zwei Hauptgründe, warum ich denke, dass gerade Smartphones mit viel Bedacht an Kinder herangeführt werden sollten.

  1. Kleinkinder erfahren ihre Umwelt mit allen Sinnen. Alles wird mit Händen, Augen, Nase, Ohren und vor allem mit dem Mund begriffen. All die dadurch erfahrenen Wahrnehmungen bilden ein Lernverhalten heraus. So entstehen wichtige Verknüpfungen im Gehirn. Ich glaube, dass ein Smartphone mit seiner glatten Oberfläche da nicht gerade viel Anreiz bietet. Es gibt viele Apps für Kinder ab dem 9. Lebensmonat. Meine Bekannte erzählte mir begeistert von einer Vorlese-App. Jedoch bleibt da natürlich die soziale Interaktion auf der Strecke. Es ist ja inzwischen auch nachgewiesen, dass Kinder, die viel Umgang mit digitalen Medien haben, langsamer in der Sprachentwicklung sind. Könnte da vielleicht ein Zusammenhang bestehen? Ich will nicht sagen, dass man seine Kleinkinder unbedingt vor den Geräten fernhalten muss, aber ich finde es ist in der Verantwortung der Eltern, gerade die kleinen Kinder im Umgang eng zu begleiten. Wir haben uns entschieden, dass wir unserem Männlein eine möglichst medienfreie Kleinkindzeit bieten wollen.
  2. Der zweite Grund ist für mich die Suchtgefahr. Wenn ich darauf achte, wie häufig ich als reflektierte Erwachsene auf mein Smartphone schaue oder wie sehr der Umgang mit digitalen Medien meine Freizeit bestimmt, erschreckt mich das sehr. Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der es noch nicht üblich war, dass jeder immer erreichbar ist und in der man alles googeln konnte und ich bin auch ohne Fernseher aufgewachsen. Das heißt, ich habe auch gelernt mich mit anderen Dingen zu baschäftigen, kreativ zu sein. Ich hoffe darauf, Männlein die Kompetenzen für den Umgang mit digitalen Medien beizubringen, die er braucht, um alternative Freizeitbeschäftigungen zu kennen, seinen Konsum in Menge und Qualität zu reflektieren und durchaus auch Freundschaften in der richtigen Welt zu pflegen. Natürlich gelingt dies nicht, indem wir ihn nur davon fernhalten. Lernen kann er das nur in der Praxis. Die Fragen, die sich mir dabei Stellen und die ich immer berücksichtigen möchte, wenn wir einen Schritt weiter gehen, sind folgende: Wozu ist ein Smartphone (Handy) primär da? Ab welchem Alter macht es Sinn einen Film zu schauen, etwas im Internet zu suchen, ein eigenes Handy zu haben? Kann er das überhaupt schon verstehen? Ich glaube die Kompetenzen sind die Grundlage, um einer Sucht möglichst vorzubeugen. Denn ich habe schon ein bisschen Angst, was diese ganzen digtiale Medien mit den nachfolgenden Generationen so machen. Es ist doch Stress pur immer und überall erreichbar und ständig über alles informiert zu sein.

Was mich auch noch beschäftigt, ist die Frage ab wann Kinder das, was sie da auf dem Bildschirm sehen, von der Realität unterscheiden können. Ich erinnere mich an meinen kleinen Cousin, der im Alter von fünf Jahren solche Angst hatte, als wir „Der kleine Vampir“ im Fernsehen guckten, dass er sich hinter dem Sofa verstecken musste. Tun wir den Kindern wirklich einen gefallen damit, Filme zu gucken, solange sie noch gar nicht begreifen, wo der Unterschied zwischen Film und Wiklichkeit liegt?

Für mich ist es nicht so einfach hier einen richtigen Weg zu finden. Letztendlich glaube ich, dass jede Familie ihren eigenen richtigen Weg finden muss, wie sie ihre Kinder da heranführen wollen. Wichtig ist es aber schon, dass die Eltern sich ihrer Verantwortung in diesem Thema bewusst werden. Unsere Kinder kommen da völlig ungeschützt und unbefleckt in die digitale elt hineine, die ja auch viele Gefahren birgt. Also liebe Eltern, gebt euren Kindern ein gutes Rüstzeug als Grundstein mit und reflektiert immer wieder neu, ob der Umgang mit digitalen Medien für das Kind in dem Alter so noch stimmt.

Manchmal

Letztens musste ich mit einer „Betreuten“ zum Arzt. Da es sich auf die Schnelle nicht anders organisieren ließ, nahm ich Männlein mit. Das fand ich allerdings nicht weiter tragisch, da ich wußte, dass es bei dem Arzt eine tolle Spielecke im Wartezimmer gab.

Dort angekommen spielten schon zwei Schwestern (etwa zwei und sechs Jahre alt) in der Spielecke. Männlein freute sich. Er genießt es immer, größeren Kindern zu zusehen. Zunächst konnte ich die Schwestern keiner Mutter zuordnen. Als die beiden jedoch begannen, kiechernd um den Zeitschriftentisch herum fangen zu spielen, blickte plötzlich eine dicke Frau aus ihrem Smartphone auf und bellte:“ Marina, Laura! Was habe ich euch gesagt? Ihr sollt ruhig sein!“ Das war mal eine Ansage… ich hatte eigentlich bisher nicht den Eindruck gehabt, dass die anderen Leute sich gestört gefühlt hatten. Einige tauschten irritierten Augenkontakt aus. Die Mädchen setzten sich in die Spielecke und malten. Die dicke Mutter widmete sich wieder zufrieden ihrem Smartphone.

Da es sehr warm war, standen die Türen vom Wartezimmer und vom Eingang offen. Männlein lief fröhlich immer wieder nach draußen und wenn ich ihm hinterherging, um ihn wieder einzufangen, lachte er sich kaputt. Von diesem Spiel inspiriert fingen die Schwestern ebenfalls an rein und raus zu laufen. Zunächst bekam die Mutter da gar nichts von mit. Doch als sie von ihrem Handy aufblickte und die Mädchen gerade draußen am Fenster vorbeiflitzten, brüllte sie: „Laura! Marina! Sofort kommt ihr wieder rein! Aber zackig!“ Dabei war sie so laut, dass ich und wahrscheinlich noch einige andere Leute zusammenzuckten. Brav kamen die Schwestern zurück.

Es war langweilig. Irgendwie war viel los und die Warterei zog sich ewig hin. Die größere von den beiden Schwestern musste aufs Klo und teilte dies ihrer kleinen Schwester mit. Nach einer Weile bemerkte die Mutter das Fehlen einer ihrer Töchter und rief lautstark nach ihr. Da diese ja auf dem Klo saß, kam sie eben nicht sofort zurück. Mit einem ärgerlichen Laut, steckte die Mutter ihr Smartphone in ihre Tasche und stemmte sich aus ihrem Stuhl. Auf dem Weg zur Tür schimpfte sie, weil das Kind nicht artig zurück kam. Ich teilte ihr mit, dass sie aufs Klo gegangen war und sicher gleich zurückkäme. Verdutzt schaute sie mich an und ging dann weiter zum Patienten-WC. Sie wartete vor der Tür und als ihre Tochter da raus kam, packte sie sie am Oberarm und brachte sie zurück ins Wartezimmer. Dort setzte sie sie in der Spielecke auf einen Stuhl und Verkündete: „So, hier bleibt ihr jetzt und spielt! Ich habe doch keine Lust, euch die ganze Zeit hinterherzurennen!“ Sprachs, kehrte wieder auf ihren Platz zurück und angelte sich ihr Smartphone aus der Tasche.

Zum Glück wurde die Frau mit den beiden Mädchen kurze Zeit später aufgerufen. Denn an den Gesichtern der anderen Wartenden und auch an meinen eigenen Gedanken konnte ich die sich nahenden Auseinandersetzungen, die Ratschläge, die Kommentare schon wahrnehmen. Noch eine Situation und ich hätte meinen Mund nicht mehr halten können, so mancher Spruch im Raum bestätigte mir, dass es auch anderen so ergangen war. Ich glaube, niemanden hat der „Lärm“ der Mädchen gestört. Alle haben sich darüber gefreut, wie schön die Schwestern miteinander gespielt haben.  Was sicher jeden genervt hat, war das Motzen und Schreien der Mutter. Ich will niemanden Verurteilen, ich kenne die Frau nicht und auch nicht die familiäre Situation. Aber wenn ich sehe, dass eine Mutter nur am Smartphone hängt, gar nicht wahrnimmt, was die Kinder treiben und dann auch noch nur laut wird, wenn sie mal was wahrnimmt… Oh je. So etwas zu beobachten, lässt mich hoffen, dass ich niemals so stumpf das Smartphone dem Kind vorziehe. Es ist doch schon beängstigend, wie sehr wir als Elterngeneration schon auf diese Sachen versiert sind. Was soll da erst aus unseren Kindern, die ja mit noch mehr Technik aufwachsen, werden.

Alles mit Zucker

Zucker und Kind sind ja für viele ein großes Thema. Ich bin, was Schokolade angeht, selbst ein großer Zuckersuchti und kann so aus erster Hand berichten, wie schwer es ist, dem Genuss zu Widerstehen.

Das klingt ja so ganz lustig, aber bei meiner Arbeit werde ich derzeit tagtäglich damit konfrontriert, was ein zu hoher Zuckerkonsum mit der Gesundheit anstellt. Viele unserer Betreuten haben grenzwärtig hohe Zuckerwerte im Blut und müssen zum Teil bereits Medikamente einnehmen. Natürlich sind da auch noch andere Ernährungssünden und auch mangelnde Bewegung ursächlich, aber es zeigt ja doch deutlich: Der Mensch ist für dieses Übermaß von allem, was Essen in unserer Gesllschaft betrifft, einfach nicht gemacht.

Meine Wahrnehmungen im Arbeitsalltag wirken sich natürlich auch auf unsere Erziehung aus. Zucker soll in unserer alltäglichen Ernährung keine Rolle spielen (da muss ich das Schokithema allerdings auch noch aufgreifen, denn wenn das Männlein schläft, suchte ich). Das Männlein soll Süßigkeiten nicht als etwas „Normales“, das immer zur Verfügung steht betrachten. Wenn wir mal Kuchen oder ein Eis essen, bekommt er auch schon mal etwas ab, aber das ist ja eine Ausnahme und nicht die Regel.

Viele argumentieren ja, dass Kinder, die keine Süßigkeiten kennen lernen, auch nicht lernen den Umgang mit ihnen zu beherrschen. Da bin ich anderer Meinung.

Zucker macht nachgewiesenermaßen süchtig und Zucker ist auch in zig anderen Lebensmitteln enthalten, aus denen man ihn nicht herausschmeckt (Mayonese, viele Brotaufstriche,…). Dem Körper wird also häufig schon unbewusst Zucker zugeführt. Das ist ein riesen Problem für die Gesundheit.

Wir achten sehr darauf, was wir kaufen und machen vieles selbst. Denn so haben wir die Kontrolle über die Inhaltsstoffe. Wenn wir z.B. einen Kuchen backen, verzichten wir auch auf den bösen Industriezucker und nehmen Vollrohrzucker, Kokosblütenzucker oder Agavendicksaft.

Für Kinder und auch für die Eltern, die keine Süßigkeiten mit Zucker bekommen, gibt es viele Alternativen. Entweder man stellt selbst etwas her (da kann man die Kinder übrigens auch prima enbeziehen und verbringt so auch noch gleich etwas Qualitytime uuuund die Kinder lernen dabei sogar etwas über Ernährung) oder man kann inzwischen in allen Bioläden und vielen Supermärkten zuckerfreie Naschalternativen kaufen. Unser Männlein steht total auf Trockenobst. Und ja ich weiß, dass da Fruchtzucker enthalten ist, aber Männlein isst ja nicht zwanzig Datteln auf einmal, sondern nur eine.

Das ist für mich eigentlich sowieso der ausschlaggebende Punkt: Der Umgang mit der Menge. Ich glaube, ein Kind, dass von kleinauf erlebt, dass Süßigkeiten eben nicht zur täglichen Ernährung gehören, entwickelt da eine ganz andere Beziehung zu als ein Kind, das vollgezuckert wird. Zum einen entwickelt es nicht so schnell die Zuckersucht und zum anderen, erlebt es Süßigkeiten vielleicht auch eher als das, wozu sie gedacht sind… als Genussmittel!

Junge oder Mädchen?

Heute ist es wieder passiert. Beim Einkaufen in der Schlange an der Kasse sprach mich eine ältere Dame an: „Die ist ja niedlich ihre Kleine. Wie alt ist sie denn?“ Ich antwortete: „Danke, ER ist jetzt 16 Monate.“ Und wie immer in solchen Situationen rechtfertigte die Dame sich für ihren Irrtum. „Das sieht man gar nicht, wegen der roten Hose. Und er hat ja auch so lange Haare.“ Um das Gespräch abzukürzen und auch um die Dame zu beruhigen, behauptete ich, Männlein trage die Kleidung seiner großen Schwester auf. Die existiert ja gar nicht, aber für so was haben die Leute dann immer Verständnis.

Männlein wird häufig für ein Mädchen gehalten. Er ist sehr zart gebaut, hat große dunkle Augen mit langen dichten Wimpern (die er übrigens von seinem Vater hat… leider nicht von mir) und inzwischen hat er doch auch recht lange Haare.

Die Haare wollen wir ihm auch lassen, bis wir ihm erklären können, was mit ihm geschieht, wenn sie geschnitten werden. Und wenn das bedeutet, dass wir ihm einen Zopf machen müssen, dann ist das so. Meinem Bruder hat mal eine Friseurin ins Ohr geschnitten, weil er vor lauter Panik nicht still halten konnte. Ich finde das müssen wir nicht wiederholen. Bis jetzt habe ich Männlein nur den Pony etwas gekürzt, da ihm die Haare immer in den Augen fielen. Das war schon schwer genug und es tat mir auch ein bisschen weh.

Auch Männleins Kleidung gibt nicht unbedingt einen Anhaltspunkt auf sein Geschlecht. Wir haben die meisten Sachen „geerbt“ oder gebraucht auf Kinderbörsen erstanden. Bei der Auswahl achten wir darauf, dass uns die Sachen gefallen. Alles andere ist eigentlich egal. Natürlich ziehen wir ihm keine Klamotten mit Rüschchen und Herzchen an. Das würden wir aber auch nicht machen, wenn Männlein ein Mädchen wäre. Irgendwie ist es uns wichtig, ein Baby/Kleinkind noch nicht so stark zu „sexualisieren“. Sprich erlaubt ist, was gefällt und das Männlein kann dann ja selbst entscheiden, wenn er so weit ist und er das möchte. Die rote Hose, die die Dame so verunsichert hat, empfanden wir übrigens als total neutral. Wir finden einfach bunte, farbige Sachen toll für Kinder. Ich trage ja auch sehr gerne blaue Kleidung. Und das obwohl ich eine Frau bin.

Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich bei Babys und Kleinkindern so gut wie immer richtig liege, wenn es darum geht das Geschlecht zu erkennen. Ich sehe das nämlich an Händen und Füßen. Die sind bei Jungen größer als bei Mädchen. Männlein hat richtige Quadratlatschen.

So wie man sich bettet…

Aktuell schlafen wir zu dritt auf einer 1,40 Meter breiten Matratze auf Lattenrost am Boden. Eigentlich hatte ich mal den Plan, das Männlein mit ca. einem Jahr aus unserem Schlafzimmer auszulagern und ihn im Kinderzimmer schlafen zu lassen. Das war allerdings vor der Geburt. Zu einem Zeitpunkt, an dem ich dachte, dass ich nach sechs Monaten abstille. Damals dachte ich, dass ein Kind mit einem Jahr sicher schon durch schläft und ich hatte auch die Illusion, dass ein Kind von alleine wieder einschläft, wenn es wach wird. Meine Güte, wie naiv ich doch war.

Als wir nur zu zweit waren, hat ein 1,40er Bett uns völlig ausgereicht. Wir hatten sogar lange Zeit nur eine Bettdecke. Kurz vor der Geburt haben wir ein Kinderbettchen gekauft, dass mit seiner offenen Seite an unser Bett heran gestellt wurde.

In der ersten Zeit mit Männlein schlief er auf meinem Bauch. Das hat mich beruhigt, da ich so am Besten seiner Atmung lauschen konnte. Außerdem habe ich es genossen, seinen kleinen warmen Körper an mich gekuschelt zu fühlen (und ich genieße es noch immer). Es gab ein paar halbherzige Versuche Männlein in das Beistellbett zu legen. Die scheiterten dann aber daran, dass er nachts häufig gestillt werden wollte. Es war soviel einfacher für mich, wenn er einfach in meiner Armbeuge schlief und ich zum Stillen eigentlich nicht mal richtig aufwachen musste. Das Beistellbett wurde mitlerweile zur Ablage umfunktioniert.

Inzwischen ist Männlein allerdings doch um einiges gewachsen. Und leider bevorzugt er es, sich nachts quer zwischen uns zu legen. Ich habe noch Glück, denn auf meiner Seite liegt immer sein Kopf. Zu Cristobal hin zeigen die Füße und nicht selten wird er von  Männlein getreten. Erst letzte Nacht hat Männlein ihn durch Tritte aus dem Bett heraus bugsiert.

Trotzdem ist das Ende des Familienbettes bis jetzt noch kein Thema für uns. Ich bin momentan so froh, dass die Nächte ruhiger geworden sind und Männlein bis zu sechs Stunden durch schläft. Da mache ich mir Gedanken, dass Männlein wieder häufiger wach wird, wenn er allein in seinem Bett schläft.

Ein Umzug ins Kinderzimmer kommt auch noch gar nicht in Frage. Unsere Wohnung ist groß und das Kinderzimmer weit vom Elternzimmer entfernt. Nein, wir wollen unser Matratzenlager nun erweitern. Eine zweite Matratze auf einem Lattenrost soll dazu gelegt werden… das Beistellbett kann schon mal allein ins Kinderzimmer umziehen.

Das Dickicht der Erziehungsmethoden

Ich bin ein Mensch der sich gerne beliest. Immer dann, wenn mich ein Thema mehr beschäftigt, lese ich in einem Buch nach oder schaue, was ich im Internet dazu finde. Als ich meinen Hund bekommen habe, habe ich mir Bücher über Hundeerziehung und Hundefrisbee besorgt. Als ich schwanger war, habe ich im Internet verfolgt, was sich in den jeweiligen Schwangerschaftswochen tut und wie eine selbstbestimmte Geburt aussehen kann. Nun ist mein Thema Erziehung. Welche Erziehung passt zu uns? Ich möchte die Sache natürlich nicht total theoretisch angehen, eigentlich vertraue ich sehr auf mein Bauchgefühl. Aber ich finde, so ein bisschen Input hat noch nie geschadet und manchmal bekommt man Gedanken, die man sonst nicht hätte.

Wenn man sich über verschiedene Erziehungsmethoden informiert, stolpert man über diverse Namen und Ansätze. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: Nora Imlau, Jesper Juul, Montessori, Sears, Bedürfnisorientiert, Unerzogen, nächtliches Abstillen nach Gordon und so weiter und so fort. Bei allem was ich gelesen habe, gab es immer etwas das ich annehmen konnte und dann wieder etwas das mir zu weit ging. Natürlich orientiert man sich bei der Erziehung auch an dem, was man selber erlebt hat. Entweder man fand die Erziehung gut und will es genauso machen oder man fand es schrecklich und versucht sich am Gegenteil. Ich bin zum Beispiel mit sehr viel Vertrauen groß geworden. Ich weiß noch, dass ich, bis ich etwa 12 war, überzegeugt war, wenn ich nur mit meinen Eltern zusammen bin, dann kann mir nichts passieren. Das finde ich sehr schön und ist ein Gefühl, dass ich sehr gerne an meine Kinder vermitteln möchte. Ich erinnere mich aber auch an eine andere Situation. Ich muss etwa vier Jahre alt gewesen sein. Da hat mein großer Bruder mich geärgert und ich bin wütend geworden. Die Wut wurde so groß, dass ich ihn in den Hintern gebissen habe. Zur Strafe wurde ich in mein Zimmer gesteckt und niemand hat mich gefragt, warum ich das überhaupt gemacht habe. Das empfand ich als sehr ungerecht und ist etwas, was ich auf jeden Fall anders machen möchte. Kinder in dem Alter ticken anders als Erwachsene. So eine Gewaltaktion wie beißen scheint eine Überreaktion auf ein bisschen Ärgern zu sein. Aber für ein kleines Kind, dass sich noch nicht anders ausdrücken kann, ist es vielleicht der einzige Weg. Natürlich muss man dem Kind dann trotzdem erklären, dass es absolut nicht in Ordnung ist, zu beißen, aber man sollte sich erst anhören, was dazu geführt hat.

Generell bin ich gegen Bestarfungen in der Erziehung. In der Umkehrung bin ich aber auch gegen Lob. Ich finde logische Konsequenzen eine gute Lernstrategie für Kinder (auch für Erwachsene). Mache ich etwas Gutes wie z.B. beim Aufräum helfen, ist hinterher alles schön und man hat wieder Platz zum Spielen. Mache ich etwas Schlechtes wie z.B. mit Absicht etwas kaputt, muss ich es aufräumen, mich entschuldigen und es eventuell von meinem Taschengeld neu kaufen. Um mit logischen Konsequenzen arbeiten zu können, finde ich es notwendig, dass Kinder sich ausprobieren können. Da greifen übrigens Montessori und vielleicht auch ein bisschen Unerzogen als Erziehungsmethoden.

An Montessori gefällt mir, dass die Kinder befähigt werden, alles selbst zu tun. Ich möchte das für uns zu Hause so umsetzen, dass wir einen kleinen Waschtisch für Männlein im Bad einrichten und einen Lernturm für die Küche besorgen. Das sind zwei Bereiche, in denen er schon jetzt deutliches Interesse bekundet mitzumachen, wo es aber einfach durch die Einrichtung nicht möglich ist. Durch den Lernturm kann er dann sehen, was ich da auf der Arbeitsplatte so anstelle und später, wenn er etwas älter ist, auch kleine Hilfestellungen geben.

Unerzogen ist ein bisschen lustig wie ich finde und für mich nur teilweise umsetzbar. Unerzogen zielt darauf ab, den Kindern in allen Bereichen eigene Erfahrungen zu ermöglichen und sie dann daraus ihre eigenen Schlüsse ziehen zu lassen.  Als Beispiele, wie weit ich das treiben würde: Ich würde mein Kind im Schlafanzug in den Kindergarten bringen, wenn es sich weigert, sich morgens umzuziehen. Aber ich würde nicht mein Kind bei Minustemperaturen ohne Jacke und Schuhe draußen herumlaufen lassen, nur weil es sich das in den Kopf gesetzt hat. Da würde ich doch lieber in die Auseinandersetzung gehen, denn ich habe meinem Kind einiges an Lebensjahren und Wissen voraus und ich muss es nicht krank werden lassen, nur weil ich ihm eigene Erfahrungen ermöglichen will.

Ich beschäftige mich gerne mit den verschiedenen Ansätzen, kann mich aber nicht definitv für einen entscheiden. Bis jetzt ist unsere Erziehung eine Mischung aus mehreren gepaart mit ganz viel Bauchgefühl. Trotzdem kann ich allen Leuten, die grundsätzlich sagen: „Ich erziehe wie es mir in den Kopf kommt, dafür brauche ich kein Buch!“, empfehlen das ein oder andere vielleicht doch mal nachzulesen, denn es tut nicht weh und irgendetwas lernt man immer dabei.

Nein!

Männlein hat ein neues Wort gelernt. Nicht nur gelernt es auszusprechen. Er hat es sogar im vollen Umfang erfasst. Das Wort heißt Nein!

Ich finde das Wort blöd und hatte eigentlich versucht es nicht zu häufig zu benutzen. Irgendwie fand ich die Vorstellung von „Nein“ als eines der ersten Worte in Männleins Sprachschatz ungut. Ich finde „Nein“ bedeutet Grenzen und Verbote überall und das, obwohl ich doch der Meinung bin, Kinder sollen alles ausprobieren.

Um das „Nein“ zu vermeiden, haben wir zu Hause alles Kindgerecht eingerichtet. Es gibt einfach nichts in Männleins Reichweite, dass irgendwie gefährlich oder verboten ist. Außer es schleicht sich mal etwas in die untere Ebene und taucht dann plötzlich in seinen Händen auf( siehe http://mamawege.de/2018/06/02/willkommen-in-der-neuen-ordnung/).Ansonsten kann er schalten und walten, wie er will.

Unser Gefahrenausdruck war „Ohoh“. Das nutzten wir immer, wenn Männlein sich in brenzlige Situationen begab. Es hatte auch den schönen Nebeneffekt, dass Männlein sein Vorhaben damit ankündigte. So konnte man z.B. ziemlich häufig beobachten, wie er „Ohoh!“ sagte und dann seinen Finger in die Steckdose stecken wollte. Es lohnte sich also in solch einem Falle immer zu gucken, was er grad so trieb.

Wie kam es nun also zu dem blöden Wort „Nein“? Männlein hatte plötzlich einen Spaß daraus entwickelt, mich zu beißen. Ihn interessierte und amüsierte dabei wohl meine Reaktion. Beim ersten Mal schrie ich vor Schreck und ja auch vor Schmerz auf. Das fand er super lustig und es veranlasste ihn, es gleich noch einmal auszuprobieren. In der Hoffnung meine Reaktion weniger „witzig“ zu gestalten, überlegte ich mir eine Strategie.

Immer wenn Männlein mich biss oder es versuchte, wollte ich ihn wegschieben, ihn ernst anschauen und dann sagen: „Ich möchte nicht, dass du mich beißt. Das tut mir weh!“ Merkwürdigerweise fand Männlein das ebenfalls saulustig. Schade! Mir ist schon klar, dass er das noch nicht wirklich versteht. Aber ich hatte die Hoffnung, dass er meine Ernsthaftigkeit an der Stelle auf irgendeine Art trotzdem erfasst. Naja, auf jeden Fall musste ich meine Strategie wechseln, denn gebissen werden ist wirklich kein Spaß.

Ich begann also in solchen Situationen mich einfach etwas von Männlein zu entfernen. Spielten wir gerade auf dem Boden und er versuchte mich zu beißen, stand ich auf und ging weg. Manchmal wenn er besonders albern war, versuchte er dann hinter mir her zu rennen und weiter zu beißen, dann lenkte ich ihn ab, indem ich z.B. mit ihm ein Versteckspiel anleierte. Alles in Allem funktionierte es so ganz gut.

Aber wie kam es denn nun zu dem „Nein“? Eines morgens spielte das Männlein im Bad, während ich mir die Haare bürstete. Und da biss mich jemand aus heiterem Himmel und ohne Vorwarnung in den Unterschenkel. Wie von der Tarantel gestochen schrie ich aus: „Oh Mann, nein!“ Und das war´s. Von dem Moment an war „Nein“ das Wort überhaupt.

Sitzt er auf dem Bobbycar und wir wollen eigentlich zum Einkaufen fahren: „Nein!“

Hat er im Laden eine Banane in die Finger bekommen und ich will sie wegnehmen, bevor überall Bananenschmiere ist: „Nein!“

Wollen wir spazierengehen und Männlein möchte einfach nicht vom Holzschuppen weg:“Nein!“

Will Männlein mich nun beißen, klingt das inzwischen auch anders.

Ich: „Nein!“

Männlein: „Nein?“

Ich: „Nein!“

Männlein beisst zu…

Warum es toll ist mehrere Sprachen zu sprechen

Unser Männlein wächst zweisprachig auf. Er lernt Deutsch, natürlich weil ich Deutsche bin und wir in Deutschland leben. Aber auch Spanisch, da Cristobal Chilene ist.

Im Alltag sieht das so aus, dass Cristobal nur Spanisch mit dem Männlein spricht und ich nur Deutsch. Untereinander reden wir Deutsch, da mein Spanisch viel zu schlecht für vernünftige Konversationen ist. Auf unserer letzten Reise nach Chile haben wir einige Kinderbücher gekauft und auch eine CD mit chilenischen Kinderliedern. So kann das Männlein auch auf Spanisch kulturell beschallt werden.

Unsere Gründe, warum wir uns für die Zweisprachigkeit entschieden haben, liegen ja irgendwie auf der Hand:

  • Nie lernt ein Mensch so schnell und einfach, wie am Anfang.
  • Das Männlein soll sich ja auch mit dem chilenschen Teil der Familie unterhalten können.
  • Spanisch ist so wie Englisch eine Weltsprache und das nutzt einem Menschen ungemein in den verschiedensten Lebensbereichen.

Für mich hat aber auch ein weiterer und nicht ganz so offensichtlicher Grund eine Rolle gespielt, warum das Männlein mit zwei Sprachen groß werden soll. Irgendwann in der Schwangerschaft habe ich gehört, dass ein Mensch, der mehrere Sprachen spricht, mehr Facetten in seiner Persönlichkeit hat.

Diese Aussage fand ich wahnsinnig interessant und ich habe mich ein wenig zu dem Thema schlau gemacht, warum das so ist.

Bei meinen Recherchen bin ich auf die Sapir-Whorf-Hypothese gestoßen. Sie besagt, dass die Denkweise eines Menschen stark durch seine Muttersprache (also durch Grammatik und Wortschatz) geprägt wird. Daraus ergibt sich ja auch, dass die Sprache eines Volkes mit der Mentalität und der Kultur eine Einheit bildet. Es gibt z.B. Sprachen, in denen es für ein und die selbe Sache mehrere Wörter gibt oder Sprachen, die sehr detailiert sind. Ich leite daraus mal ab, dass ein Mensch bzw. Männlein durch das Erlernen zweier so unterschiedlicher Sprachen wie Deutsch und Spanisch viel wendiger und kreativer in seiner Denkweise wird und vielleicht ja auch ein gewisses Maß an chilenischer Mentalität entwickelt.

Dann bin ich bei meiner Recherche noch auf eine Studie der Universität in Hong Kong gestoßen. Sie haben bei der Befragung von mehrsprachig aufgewachsenen Studenten festgestellt, dass diese sich in den jeweiligen Sprachen unterschiedlich empfinden und verhalten. Die Studenten haben alle Englisch und Chinesisch gesprochen. Es stellte sich heraus, dass sie sich bei der Befragung auf Englisch offener gegenüber dem Gesprächspartner verhielten als auf Chinesisch. Für mich ist das im Prinzip eine Bestätigung zur Sapir-Whorf-Hypothese. Es stellt dar, wie sich die Welt einer Sprache im Gebrauch entfaltet. Und mir ist jetzt ziemlich klar geworden, warum es mir so viel leichter fällt Small talk auf Englisch zu halten, als auf Deutsch.

Ich will jetzt nicht rüberkommen, wie so eine Mutter, die alles an ihrem Kind fördert, um das höchste Ergebnis zu erzielen. Hätten wir nicht diese internationale Familienkonstruktion, wären die Umstände ja ganz anders. Ich fände es Quatsch meinem Kind von Anfang an eine Sprache beizubringen, wenn es zu dieser keinen Muttersprachler in der Familie gibt. Da fehlt dann ja komplett der ganze Kontext um die Sprache herum. Aber wenn so wie bei uns die Umstände da sind, dann kann man sie ja ruhig nutzen. Ich glaube auf jeden Fall, dass es dem Männlein ein Stück Weltoffenheit mitgibt und eins ist klar: Schaden wird es ihm nicht.

 

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Sapir-Whorf-Hypothese

http://www.forschung-erleben.uni-mannheim.de/?q=node/535